Kooperation Neapel

über die Baukunstklasse und die Kooperation mit der Fondazione Internazionale per gli Studi Superiori di Architettura di Napoli

von Helena Feldmann


„Neapel ist die heißeste Stadt Europas“, sagte Laurids Ortner aus Indien kommend –
„Lasst uns da hinfahren!“

Die Kooperation, welche zwischen der Baukunstklasse der Kunstakademie Düsseldorf und der Scuola Superiore Europea Di Architettura Urbana durch Max Dudler und Uberto Siola ins Leben gerufen wurde, ließ uns die Stadt Neapel auf eine ganz besondere Weise kennen lernen. Wir beschlossen ein gemeinsames Projekt: die Revitalisierung der jeweiligen Hafengebiete der Stadt.
Beide Städte, Düsseldorf und Neapel, besitzen eine wirtschaftlich brachliegende Hafenlandschaft.

Acht Studenten der Baukunstklasse haben die Aufgabenstellung der Professoren Max Dudler, Laurids Ortner, Calle Petzinka und Axel Schultes, den Hafenraum Neapels neu zu gestalten, bearbeitet.
Im Gegenzug bearbeiteten fünf Studenten der italienischen Universität bei Prof. Uberto Siola das Hafenprojekt Düsseldorf.

Intensive Stadtbesuche, lebendiger Austausch zwischen den Studenten, lodernde Feste und guter italienischer Rotwein ließen unsere wechselseitige Beziehung wachsen – Ideen sprudeln –
Und wir lernten den Hafen von Neapel kennen.

Alle Elemente, die hier vorgefunden werden, sind Bestandteil des architektonischen Raumes. Das Zusammentreffen von Material der umliegenden Bebauung, Achsen und Formen als auch lebendige Gewalten wie Wasser und Schiffe, Geruch, Geräusch und Lichtverhältnisse, aber auch unsichtbare Dinge wie die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse und geschichtlicher Kontext spielen eine große Rolle. Besonders sind die Blickbeziehungen der Hafenstadt zwischen Meer und Vulkan, geheimnisvoller unterirdischer Landschaft und flatternder Wäsche.

Auf diese Situation war nun zu antworten – mit einer architektonischen Konzeption.

Acht ungewöhnliche Ergebnisse wurden von den Studenten erarbeitet:

eine Formel-1-Strecke, gestrandete Schiffe, Strände und Dünen, Felsen und Buchten und Schluchten, Spiegelbilder im Wasser, der Hafen als neue Stadtmitte, Inseln im Meer, eine neue Hafenstadt wird ins Meer gestempelt.

Die Studenten arbeiteten in Kolloquien und per Datenhighway Hand in Hand miteinander und mit den Kunststudenten der Kunstakademie.
Diese Zusammenarbeit durfte nicht immer konfliktfrei sein – im Gegenteil, eine produktive Spannung und Reibung bildet die Grundlage der Zusammenarbeit. Und wo Kunst, Architektur und kulturelle Unterschiede eine gemeinsame Ebene im öffentlichen Raum finden, entstehen eng verwobene Arbeiten, die von besonderem Reiz und von hoher Qualität sind.

Nun findet die dritte gemeinsame Ausstellung statt und wir hoffen auf eine langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft.

Heiß ist sie wirklich!

Goethe sagte ja „Neapel sehen und sterben“.
Wir leben noch, aber unser Herz ist ein Stückchen dort geblieben.