Andreas Aretz

 


 


 
 

  

 

 

 
 

 

 
 

 

Förderpreis des Landes NRW

für junge Künstlerinnen und Künstler 2016

 

mit Martin Bachem
 
Der akademische Werdegang von Martin Bachem führte ihn 2007 nach dem Studium der Architektur an der Düsseldorfer Peter Behrens School of Architecture in die Klasse Baukunst der Kunstakademie Düsseldorf. Er war Meisterschüler bei Prof. Max Dudler und schloss das Baukunststudium mit dem Akademiebrief mit Auszeichnung ab. Nach ersten Berufsjahren in der Schweiz eröffnete er 2011 das Architekturbüro Martin Bachem Architektur in Köln. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dortmund konnte er bei Prof. Wouter Suselbeek erste Erfahrungen in der Lehre sammeln.  2014 entstand die
STADTPLASTIK, ein skulpturaler Masterplan für Köln. Eine mutige und großzügige Stadterweiterung, bei der Köln eine grüne Scheibe unter sich begräbt. Deutlich sieht man ihren gigantischen Durchmesser. Auf der Scheibe liegen goldene Fragmente, kleine Brösel sind übrig geblieben. So winzig, dass sie sich kaum bei einer möglichen Rotation halten könnten. Wie selbstverständlich bleiben der Dom, die romanischen Kirchen und der Rhein im Mittelpunkt. Tabula rasa als Startpunkt des Projekts.
 
Die STADTPLASTIK sorgt sich um den Wohnraum für die zukünftigen Einwohner Kölns. Wo können und
wie sollen diese leben? Ein Ring aus Wohnhochhäusern legt sich auf den historischen Stadtgrundriss.
Groß genug, um 100.000 Wohneinheiten anzubieten, schafft er den Sprung über den Rhein auf die rechte Rheinseite, die sogenannte "Schäl Siek". Kein mühsames kleinteiliges Stückwerk baut hier das mittelalterliche Köln weiter. Es wird beherzt eingegriffen. In einer Zeit, in der jegliche Visionen einem pragmatischen "Weiter so!" weichen müssen, spaltet und polarisiert die STADTPLASTIK die Stadtgesellschaft.
 
Die STADTPLASTIK wird kontinuierlich veröffentlicht und zur Diskussion gestellt: als Vortrag während der plan14 in Köln, bei Tischgesprächen, auf Podiumsdiskussionen und nicht zuletzt in Radiointerviews über die "Zukunft des Wohnhochhauses". Vorgetragen wird die Idee mit einer Beharrlichkeit. die jedem Architekten gut zu Gesicht steht. Martin Bachem erfindet dafür permanent neue Bilder, Stadträume und Modelle. Die STADTPLASTIK war vor drei Jahren noch Utopie, heute ist sie schon zur konkurrenzfähigen Lösung geworden.
Frei nach dem Grundsatz Erwin Heerichs "Die beste Architektur ist die, welche nie gebaut worden ist"wünschen wir Martin Bachem und seiner STADTPLASTIK weiterhin gutes Gelingen.
Mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2016 will die Jury junge Architektinnen und Architekten   ermutigen, konsequent ihre eigenen Ideen weiterzuverfolgen.
 
Jury:  Christian Heuchel, Köln
Prof.  Ursula Ringleb
en, Düsseldorf
Prof.  Uwe Sehröder. Bonn